Zwei Stunden später hast du ziehmlich viel gelesen über Mini-Motherboards, auf denen Netzwerk-, Sound- und Grafikkarte schon drauf sind, und über passende Mini-Gehäuse, die so klein sind wie ein Karton für Basketball-Schuhe. Echt erstaunlich, was mit diesen Miniboards von findigen Tüftlern alles angestellt wird, wie du auf www.mini-itx.com/projects.asp sehen konntest. Flüsterleise sind die Dinger, da die verbauten Komponenten, insbesondere der Prozessor, so leistungsreduziert sind, dass weder CPU noch Netzteil einen Lüfter brauchen. Die Sache mit den Störgeräuschen wäre also schonmal erledigt. Auf eBay springt dir ein super Angebot in's Auge: ''Miniboard, Pentium III 600 MHz, 512 MB Ram, im schicken Alu-Gehäuse'', null Gebote, Angebotsdauer noch 4 Min., nur für Selbstabholer, Adresse: zwei Straßen weiter. 3,2,1... deins.

Zufrieden lehnst du dich zurück, als deine Schwester dir erklärt, dass du unbedingt Ihren Wagen vom Abschleppdienst klar machen müsstest, denn sie habe gestern irgendwie falsch geparkt - könne sie ja nicht wissen, dass man nicht in der Feuerwehrzufahrt für's Altenheim, mitten in der Fußgängerzone, parken darf - und sie könne die Kiste nicht selbst abholen, da sie heute Abend für vier Wochen nach Goa flöge und noch packen müsse. Dafür dürfest du den Wagen in der Zeit aber auch benutzen. Lächelnd drückt Sie dir 200 Euro in die Hand und verabschiedet dich mit den Worten ''Aber nicht vergessen, ich krieg' ne Krise, wenn ich aus'm Urlaub komme und die Karre ist nicht da, okay?!'' ''Klaaaar Schwesterherz, kein Problem''. Freudestrahlend über diese Finanz-Spritze - du brauchst in den nächsten Wochen eh kein Auto - betrittst du den Nachbarladen für Computer-Zubehör und schnappst dir die Festplatte im Angebot - 250 GB mit speziellem System zur Geräusch-Unterdrückung. Das dürfte an Speicherplatz erstmal für ein paar hundert MP3-Alben reichen.



 
*Ding Dong* ertönt es, als du um die Ecke bei Bernd Benutzerfreundlichkeit, seines Zeichens Chef der Usability-Abteilung von BMW, klingelst, um den auf eBay ersteigerten Mini-PC abzuholen. Dankend lehnst du ab, als er fragt, ob du nicht auch noch einen dieser neuen Multimedia-HomeEdition-Alleskönner-Cinema-PCs kaufen möchtest, mit übersichtlicher Fernbedienung und allem Drum&Dran. Doch für 'nen 30er packst du aus Mitleid wenigstens noch Tastatur und Maus ein, was Bernd derart freut, dass er dir gleich noch ''Windows XP Professional SP2'' und ''Norton Anti-Virus'' mit dazu gibt. So weit, so gut, der PC wäre also schonmal halbwegs fertig. Fehlen nur noch Boxen und Monitor.

Wieder zu Hause angekommen fällt dir erstmal ein Ei aus der Hose, als du nach Touchscreens surfst und feststellst, dass die bei ca. 800 Euro losgehen, wenn du 'ne 1024er Auflösung haben möchtest. Um den Schrecken zu verdauen, bestellst du dir erstmal ein paar Aktiv-Boxen mit Subwhoover (deine Nachbarn sollen schließlich auch was von deiner coolen Musik haben) und mit Ferbedienung, damit du nicht immer zum Rechner latschen musst, wenn mal das Handy klingelt. So kannst du wenigstens leiser, bzw. an und aus machen. Die Fernbedienung kommt mit erfreulich wenigen Tasten aus - sieben an der Zahl - und passt bequem in jede Handfläche. Die Boxen steckst du dann direkt in die Soundkarte, auf einen Verstärker kannst du hierbei verzichten.



 
Kurz vor der Verzweiflung und zehn abgekaute Fingernägel später, kommst du endlich auf die Seite www.infotronik.at von einer Firma aus Österreich, die sich mit Touchscreen-Lösungen jeglicher Art beschäftigt. Da funkeln deine Augen, als du feststellst, dass es ja auch bestimmte Aufsätze für ganz normale Flatscreens gibt. Zwar gibt's die auch nicht gerade geschenkt, aber du wolltest schon immer mal wie Ltd. Commander Warf auf einer Konsole rumdrücken. Es müssen ja nicht immer Photonentorpedos sein, die man damit steuert. Also ab in den Warenkorb damit, denn der Preis ist viermal kleiner als bei der Komplett-Lösung. Fehlt nur noch ein passender Flatscreen, wofür du wiedermal eBay bemühst.



 
Eine Zigarrette entzündend lehnst du dich zurück und grübelst über deine MP3-Sammlung nach, während du dir diese auf deiner Festplatte anschaust. Echt scheisse, dass alle MP3s irgendwie anders benannt sind, alles so uneinheitlich, obwohl du ja zumindest schonmal darauf geachtet hast, dass die meisten Songs in Album-Struktur vorliegen. Trotzdem gefällt dir das alles unter anderem auch deswegen nicht, weil alles nur als Ordner und Dateien angezeigt wird und die Darstellung in einem Programm wie WinAmp oder dem Windoof Mediaplayer in Bezug auf die Playlists auch nicht viel besser ist. Auch hier muss was neues her und so suchst du erstmal nach einem Tool, um Herr über die ganze unterschiedliche Benennung zu werden. ''Es lebe Freeware'' freust du dich, als du auf www.id3-tagit.de landest, wo ein großzügiger Mensch ein kostenloses Programm anbietet, mit dem du in Null-Komma-Nix dein ganzes Archiv in ein einheitliches Format bringen kannst.