Einer dieser Tage... du stehst mit dem falschen Bein auf, verwechselst die Dusche mit dem Wohnzimmer und hängst auf einmal mit dem Kopf in einem deiner Standlautsprecher. Als die Schmerzen der Beule weichen, findest du, dass alles gar nicht so schlimm ist, weil dein Verstärker seit 'nem Jahr nur noch ein unangenehmes Knirschen statt Musik ertönen lässt - da macht die kaputte Box auch nichts mehr. Du beschließt: ''Irgendwas neues muss her...'' Blick in's Portemonaie ''... was neues, preiswertes... aber bitte mit Style!''

Du überlegst, dass du eigentlich schon mehr Alben in MP3-Form als im Regal hast und beschließt, die ganze Sache eher in Richtung ''Computer mit gutem Sound'' als ''neuer Verstärker/neuer CD-Player/neue Boxen'' gehen zu lassen, denn du kannst dich gar nicht mehr erinnern, wann du zum letzten Mal ein CD-Booklet in die Hand genommen hast, um in Songtexten zu stöbern.

 
Und darum geht's: Ein verschnörkelter Bericht mit Bau-Anleitung über das Vorhaben, sich für's Wohnzimmer 'ne preiswerte Kiste zusammen zu zimmern, die MP3-Musik vorteilhaft verwaltet, auf Knopdruck losdudelt und sich ansonsten eher unauffällig verhält.



 
Schließlich doch unter der Dusche angekommen, gehst du in's Detail: Wenn die Kiste ein Computer sein soll, dann aber bitte ohne dieses nervige Rauschen des Lüfters. Schließlich willst du Musik hören und nicht an deinen alten Verstärker erinnert werden. Am besten wäre es, wenn man den Rechner nicht nur nicht hört, sondern auch nicht sieht. Aber wie soll das gehen?

Du könntest versuchen, den PC in einen Nebenraum zu stellen, doch hierbei hast du zwei Probleme: Erstens muss die Kiste ja irgendwie bedient werden - gewöhnlicherweise mit Maus und Tastatur - aber dir wird heiß und kalt, wenn du daran denkst, dass deine Kumpels von Greenpeace zu Besuch sind und mit einem Gesicht, als hättest du der alten Ente im Park gerade den letzten Brotkrumen weg gefuttert, fragen, warum du umweltschädliche Akkus für deine drahtlosen Geräte benutzt. Und zweitens: Deine Ein-Zimmer-Wohnung hat gar keinen Nebenraum. Zusätzlich hast du bei dem Gedanken an die Worte ''Schatz, kannst du mir mal gerade Tastatur und/oder Maus geben'' irgendwie das Gefühl, dass es früher besser war, als es hieß ''Ich drück' mal gerad' 'nen Track weiter.''

Als du auf dem Weg in die Innenstadt zur Bahn schlenderst, wirfst du einen Blick in den neuen Media-Markt-Prospekt. Auf der ersten Seite steht dick und fett ein neuer, supertoller Multimedia-HomeEdition-Alleskönner-Cinema-PC für tausend Euro. Amüsiert fragst du dich, warum zur Bedienung offensichtlich eine Fernbedienung mit knapp 250 Tasten nötig ist. Weniger amüsiert fällt dir ein, dass du ja diesen Monat noch auf ein Festival willst um bis zu den Knien im Schlamm zu versinken und dein Handy zu verlieren, also fehlt dir für sowas eh die Kohle.



 
Da es, als du am Ticket-Automaten an der Haltestelle ankommst, tierisch an zu regnen fängt, kommt dir wieder die Frage aus der Dusche in den Sinn, wie man so einen Musik-PC stressfrei bedienen könnte und als dein Blick auf den Fahrschein-Monitor fällt, macht's 'Klick'. Ein Touchscreen muss her! Einfach drauf patschen und die Sache läuft. Mit der Vorahnung, dass sowas ziehmlich teuer werden könnte, sparst du dir das Ticket und fährst in's Zentrum.

Als der Kontrolleur vorne ein und du hinten aus steigst, steigert sich deine gute Laune zusätzlich dadurch, dass es nicht mehr weit bis zum Internet-Kaffee deiner Schwester Lilly ist, bei der du immer umsonst surfen darfst. An einem Tropical-Banana-Shake schlürfend, lässt du dich auf deinem Stammplatz vor jener Tastatur nieder, auf der die Tasten E B A Y schon ziehmlich abgewetzt sind und kümmerst dich erstmal um die Recherche in Bezug auf flüsterleise PCs.